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Agile Zusammenarbeit - Gründe für kooperatives Arbeiten Teil 2

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Zusammenarbeit im Team ist eine Herausforderung und eine Freude zugleich. Um erfolgreich und zufrieden als Team zusammen zu arbeiten müssen wir uns immer wieder flexibel aneinander und an die Rahmenbedingungen anpassen.

In der Begegnung mit anderen Menschen nehmen wir bewusst und vor allem unbewusst Bewertungen vor. Ich schätze jede Situation spontan ein und leite daraus meine eigene Reaktion ab. Dies ist einerseits notwendig für meine eigene Handlungsfähigkeit, andererseits versperrt es mir auch schnell den Blick für neue Wege und neue Handlungsoptionen. Wenn mir beispielsweise jemand Unbekanntes am Bahnhof mit ausgestreckter Hand entgegenläuft, muss ich in Sekundenbruchteilen entscheiden: Freund oder Feind. 

Wenn es mir gelingt, meine anfängliche Bewertung einer Situation oder einer Person in Frage zu stellen, bekomme ich ein Mehr an Handlungsmöglichkeiten. Dabei hilft es, auf Gemeinsamkeiten zu schauen, den Fokus nicht auf den Vergleich zu setzen, wer besser ist. So kann aus dem Small Talk plötzlich ein Gespräch werden, das einen Eindruck hinterlässt. Gemeinsamkeiten stärken und Differenzen können dann auf einer Basis der gegenseitigen Wertschätzung leichter besprochen werden.

Dies ist sicherlich eine Frage der Übung, aber auch eine Frage der eigenen Haltung. Kann ich die andere in ihrem So-Sein wertschätzen? Schnell setzen wir unser eigenes Wertesystem als Standard an. Im systemischen/agilen Coaching gilt die Prämisse: Handeln macht Sinn. Das bedeutet, dass jedes Handeln einer Person aus ihrer Sicht sinnvoll ist, zumindest in dem Moment der Handlung. Gelingt es uns, diese Muster und Werte zu verstehen und zu erfragen, kann eine Basis für echte Zusammenarbeit auf Augenhöhe geschaffen werden.

Auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten bedeutet für uns als Team, dass wir gemeinsame Lösungswege finden. Es heißt flexibel auf Rahmenbedingungen zu reagieren, auch wenn diese sich verändern. 

In der Zusammenarbeit im Team lernen wir, großzügig zu sein, investieren, ohne aufzurechnen. Kollaboration erfordert die Bereitschaft zu geben, allen Bedenken zum Trotz. Auch hier ist es wichtig, offen zu kommunizieren und Störungen anzusprechen. Fühlt sich ein Teammitglied ausgenutzt, ist es Aufgabe des gesamten Teams, ins Gespräch zu gehen und Wege zu finden. Weg von: erst wenn Person x dies tut, tue ich das. Dieses Denken nimmt uns unsere eigene Handlungsfähigkeit, macht uns abhängig vom Handeln anderer. Wichtig ist es, Verantwortung für das eigenen Handeln zu übernehmen. 

Es geht um das "Wir" im Team, die gemeinsame Aufgabe und das gemeinsame Ziel. Dabei gilt es sicherlich auch, die Bedürfnisse der Einzelnen zu beachten, aber auch um die Bedürfnisse des Gemeinsamen, des "Wir". Es hilft, dieses "Wir" als eine Art Organismus anzuerkennen und anstatt einer polarisierenden Ich/Du Sichtweise eine übergeordnete Perspektive einzunehmen. Diese Sichtweise hilft uns beim Finden von neuen Lösungen und Wegen.

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