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Arbeitsordner für unsere Klient*innen

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Lange schon hatten wir die Idee, unseren Betreuten gleich zu Beginn ihres Einzugs in einer unserer Betreuungsstandorte eine Art Willkommensordner zu geben, um ihnen den Einstieg bei uns zu erleichtern. In den letzten Monaten haben wir unsere Gedanken dazu sortiert und gebündelt und letztlich auch umgesetzt. Herausgekommen ist ein Ordner, der uns Betreuenden und auch unseren jungen Menschen Manches erleichtern wird.

Jede und jeder unserer derzeitigen Bewohner*innen erhält einen Ordner und natürlich alle, die neu bei uns einziehen.

Nicht nur äußerlich ist der Ordner ein Hingucker, innen finden sich sowohl interessante Infos als auch die Möglichkeit, Formalitäten sinnvoll zu strukturieren und Unterlagen abzuheften. Wir wollten, dass der Ordner im Regal der Bewohner*innen unserer Betreuungsstandorte heraussticht. Daher ist der Ordner weiß mit blauer Schrift. Im Ordner finden sich die Kontaktdaten der jeweiligen Betreuenden. Unsere Erfahrung zeigt, dass die jungen Menschen häufig keinen Locher haben, so dass wir einen Einzelblattlocher mit Stift (Dank an Greenpeace für die Spende der Stifte) hinzugefügt haben.

Mit dem Ordner verbinden wir auch mehr Transparenz für die Betreuten. Daher befindet sich im Ordner auch eine Checkliste, was in der ersten Zeit nach dem Einzug erledigt werden muss, von der Beantragung von Leistungen, Einrichten eines Mietkautionskontos, Ummeldung bis hin zu Kontakt mit den Nachbar*innen. Dies schafft nicht nur Tranzparenz für die Betreuten, sondern ist auch Unterstützung für die pädagogischen Mitarbeitenden, um an alles Notwendige zu denken. Neben dieser to-do-Liste findet sich auch eine Themenliste. Welche Themen müssen erfasst und verstanden werden, um letztlich selbstständig leben zu können? Das sind Themen wie Bankgeschäfte, Leistungen, Strom, Rundfunkgebühren, Rechte und Pflichten. So bietet der Ordner immer wieder Gesprächsanlass, um relevante formale Themen zu erörtern. Zu einzelnen Themen finden sich auch zusätzlich kurze Erläuterungen in dem Ordner.

Unser Anliegen, wichtige Informationen so einfach wie möglich zu vermitteln, findet sich in der bebilderten Hausordnung wieder. Wenn junge Menschen zusammen leben, gibt es immer wieder Uneinigkeiten und auch Unklarheiten bezüglich geltender Regeln und Empfehlungen. In der bebilderten Form ist dies leichter zu erfassen, wie z.B. Empfehlungen zum Heizen und Lüften.

Während unserer Recherche sind wir auch auf einzelne „Goldstücke" gestoßen. So hat die Stadtreinigung Hamburg einen Flyer zur Mülltrennung in unterschiedlichen Sprachen herausgebracht. Die Haspa hat ein hilfreiches Haushaltsbuch beigesteuert, bei dem man die Übersicht über Einnahmen und Ausgaben behalten kann.

Genau für unsere Zielgruppe, also den jungen Menschen, die zumeist ohne familiäre Unterstützung mit spätestens 21 Jahren ihr Leben eigenständig gestalten müssen, sogenannten „Care-Leavern", haben wir die Broschüre "Durchblick" gefunden, die auf einfache Weise alle relevanten Infos vermittelt. Der Internetauftritt findet sich hier.

Nicht nur ein Begleiter für die Zeit während der Jugendhilfe bei uns soll dieser Ordner sein, sondern auch Hilfestellung geben für die Zeit danach. So findet sich am Ende eine Liste, was bedacht und erledigt werden muss, wenn man in eine eigene Wohnung zieht und dann dort wohnt. Auch wenn wir Wert darauf legen, dass die jungen Menschen mit unserer Unterstützung so viel wie möglich allein regeln, ist das Wohnen ohne den begleitenden Rahmen eines trägereigenen Wohnraums doch anders. Diese Liste findet sich auch beim Home Support.

Unser Ziel ist es, die jungen Menschen so gut es geht, auf ein eigenständiges Leben vorzubereiten. In diesem Arbeitsordner sehen wir eine gute Unterstützung, um das Thema Nachhaltigkeit in unseren Betreuungen konsequent weiter zu entwickeln und zu verbessern. So kann es gelingen, gemeinsam mit unseren Betreuten, wichtige Dinge nicht aus dem Blick zu verlieren und kontinuierlich an der Verselbstständigung zu arbeiten.

Frohe Ostern!
Corporate Culture Camp 2019