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Corona: das Ende des „Entweder-oder-Denkens“ (Teil 1 – Disruption)

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Die Coronakrise hat die Welt massiv verändert; sie gibt uns faktisch einen neuen Takt vor und beeinflusst, wie wir leben und arbeiten. Die Dinge des Lebens sind noch dichter, noch komplexer geworden als sie eh schon aufgrund von Globalisierung, Digitalisierung etc. waren. Auch die Zusammenarbeit im Team und das Management werden immer mehr zum Balanceakt. Neue Ansätze sind nötig.

In zwei Beiträgen möchte ich dieses skizzieren und behaupte, wir benötigen ein Ende des „Entweder-oder-Denkens"

Disruption ist seit einigen Jahren ein beliebtes Wort unter Startups und Berater*innen. Von Disruption ist die Rede, wenn ein existierendes Gefüge – i. d. R. ein Markt oder ein Geschäftsmodell – mit einem Schlag umgeworfen wird: Plötzlich muss alles neu gedacht und gemacht werden.

Was bedeutet das nun, wenn die Welt - wie wir sie bis zum Frühjahr 2020 kannten - mit einem Mal auf links gedreht wird? Ob Kind, Jugendliche, Mütter oder Väter, Großeltern, Busfahrer*in oder Ärtz*in, Lehrkräfte oder Supermarkt-Kassier*in, wir haben alle lernen müssen: Die Gesellschaft wird durch die Pandemie tiefgreifend verändert. Sie hat die Regeln des täglichen Miteinanders umgeschrieben, Politik und Bürger*innen extrem herausgefordert, unser Verständnis von Demokratie und Solidarität auf die Probe gestellt und auch die Taktung der Wirtschaft neu ausgerichtet. Zahlreiche Branchen kamen ins Schleudern. Ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Die Disruption, die wir derzeit durchmachen, ist keine „Unterbrechung" (was eine mögliche Erläuterung des Begriffs wäre). Sie hat Veränderungen, die bereits vorhanden waren vielmehr beschleunigt und damit zuvor Erschüttertes ins Rutschen oder sogar Kippen gebracht. Der Eindruck entsteht, dass alles noch komplexer als zuvor ist und wir uns bedroht und unsicherer fühlen als jemals zuvor.

Die Geschwindigkeit und Tragweite dieser tiefgreifenden Veränderungen und damit gleichzeitig einhergehenden paradox erscheinenden Lösungsansätze zu betrachten, müssen wir aushalten. Dieses „Aushalten" scheint die Kernkompetenz unserer Zeit zu sein, die wir uns hart erarbeiten müssen.

Auf der Suche nach verlorener Sicherheit begeben wir uns als Menschen in Richtung der Extreme. Nur: die Explosion der Komplexität, mit der wir unfreiwillig seit 2020 umgehen müssen, verlangt ein Denken im Sowohl-als-auch. Entweder-oder war gestern.

Im zweiten Teil werde ich Spannungsfelder aus unserem Arbeitsalltag am Beispiel des hybriden Arbeitens weiter ausführen.

Corona: das Ende des „Entweder-oder-Denkens“ (Teil...
Frohe Ostern 2021

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