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Corona und das neue „Normal“

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Nach gut drei Wochen Kontaktsperre und vielen Einschränkungen im öffentlichen Leben frage ich mich: Ist das das neue „Normal"?

Schon bevor es offiziell wurde und das gesellschaftliche Leben drastisch zurückgefahren wurde, haben wir bei adelante entschieden, den direkten Kontakt zu unseren Klient*innen und auch untereinander auf das äußerst notwendige Maß zu reduzieren. Eine schwierige Entscheidung. Denn Soziale Arbeit lebt nun einmal von sozialen Kontakten und dem direkten Austausch mit den Menschen, die wir begleiten. Es war ein gewöhnungsbedürftiger Gedanke, dass wir uns solidarisch verhalten, wenn wir eben diesen persönlichen Kontakt vermeiden. Wie gesagt: Es war ein gewöhnungsbedürftiger Gedanke.

Nun ist diese Situation nicht mehr ganz so neu. Ich finde es interessant festzustellen, dass wir uns als Menschen relativ schnell auf die neue Situation eingestellt haben. Je nach Gewohnheit fällt es manchen leichter auf Sport oder den Club Besuch zu verzichten als anderen. Bemerkenswert ist es aber auch, wie kreativ viele Leute werden. Das gilt auch in der Arbeitswelt – ganz gleich in welcher Branche.

Wie ein Bericht im Corona Spezial der Personalwirtschaft https://www.personalwirtschaft.de/ von drei Personalleitungen unterschiedlicher Branchen (z. B. Fast-Food-Kette und eine Bank) zeigt, gibt es viele Parallelen, die zu beobachten sind. Zwei Dinge möchte ich erwähnen, die ich auch bei adelante sehe: Erstens ist es das Bedürfnis nach persönlichem Austausch, der sich durchaus nicht nur auf berufliche Dinge bezieht. Das zwischenmenschliche „Tür-und-Angel-Gespräch" scheint in so einer Krisenzeit vielleicht sogar noch wichtiger denn je.

Zweitens ist es die rasante Geschwindigkeit, in der neue Tools für die Teamarbeit oder das Home-Office eingesetzt oder bestehende Instrumente für das mobile Arbeiten nun auch von Kritiker*innen dankbar angenommen werden.

Wie wir solchen – auch durchaus persönlichen - Austausch fördern und was wir alles in Zeiten von Corona digital ausprobieren, soll Thema eines weiteren Blog Beitrags werden.

Ist das nun das „neue Normal"? – Eindeutig JEIN. Einerseits schränken wir unsere geliebte Autonomie und Freiheit zurzeit ein. Dass das kein Dauerzustand sein kann ist allen klar. Welche Folgen es für die Gesellschaft, die Wirtschaft, aber auch die Umwelt und den internationalen Zusammenhalt u. v. m. haben wird, können wir bestenfalls erahnen.

Auf der anderen Seite ist die Sehnsucht des Menschen nach sozialen Kontakten durch z. B. „Tür-und-Angel-Gespräche" nichts Neues. Genauso hat der Mensch sich stets an seine Umgebung angepasst.

Der aktuelle Normalzustand bietet uns zahlreiche Möglichkeiten, uns einander neu zu begegnen, viele Dinge auszuprobieren und uns zu weiter zu entwickeln. Wir sollten diese Chancen nutzen, um uns so auf das zukünftige „Normal" vorzubereiten. Denn soviel ist schon heute klar: Die Welt von morgen wird nicht so sein wie wir sie noch vor wenigen Wochen kannten.

Neu-Aufnahmen in Zeiten von Corona
Frohe Ostern

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