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Digitalisierung in der Jugendhilfe – Jugendliche -Teil 3 von 3

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Im ersten Teil habe ich kurz die Anforderungen an Leitungskräfte in der Jugendhilfe in Bezug auf Digitalisierung betrachtet. Im zweiten Teil ging es um konkrete Beispiele der Digitalisierung mit Chancen und Risiken bei uns als Träger. In diesem dritten und letzten Teil geht es um Jugendliche und die Digitalisierung.

Gerade einmal 10 Jahre ist es her, dass Apple mit dem ersten iPhone auf den Markt ging. Das nun weitere Anbieter wie Samsung und Google schon längst nachgezogen sind und alle meinen jedes Jahr das „weltbeste Smartphone" aller Zeiten anbieten zu müssen zeigt uns, dass Smartphones in unserer Gesellschaft fest angekommen sind. Das gilt selbstverständlich auch für die Jugendlichen und mehr und mehr auch für Kinder.

Ob uns diese Entwicklung nun gefällt oder nicht. Es ist ein Fakt und wird sich nicht mehr umkehren lassen. Forderungen wie jüngst der Schauspieler Moritz Bleibtreu stellte: „Schaltet das Internet endlich ab" machen nachdenklich. Es ginge ihm um Gewaltszenen, die verbreitet werden und eben keine Filme, sondern echte Szenen aus dem Jugendalltag gezeigt werden. Die Jugend müsse man doch schützen.

So verständlich diese Einwände sind, teile ich zwar die Befürchtung, aber die Konsequenz kann nicht sein, das Internet zu verbieten oder gar abzuschalten. Gleichermaßen müssten wir dann konsequenterweise Zigaretten, Alkohol und weitere Drogen komplett verbannen. Ach ja, Smartphones dann logischerweise auch.

Eine andere Frage ist, wie wir als Erwachsene und vor allem auch als Pädagog*innen selbst mit Medien wie Smartphones umgehen und Jugendliche in einem angemessenen Umgang mit selbigen unterstützen.

Die AOK Rheinland/Hamburg hat in einem Wettbewerb #Sendepause Jugendliche ab der Klasse 8 zur Teilnahme eingeladen. Ziel war es, die Jugendlichen zu sensibilisieren, ihr Smartphone seltener und bewusster zu nutzen. Mit der speziell dafür entwickelten App wurde zwischen 14 und die 20 Uhr die Smartphone-Nutzung gemessen. Wer eine geringere Nutzungsdauer hatte, sammelte Punkte. Bonuspunkte gab es wer bis 22 Uhr durchhielt.

Einige Jugendlichen sagten dazu, dass sie die Idee super fanden, sich fitter fühlten und in der übrigen Zeit öfter Freunde trafen.

Dieser Wettbewerb offenbarte einige Punkte:

  • kein Jugendlicher war komplett „offline"
  • sie sind offen, sich und ihr Smartphone-Konsum zu hinterfragen
  • sie erkennen eigene Handlungsmuster und positive Auswirkungen bei weniger Online-Aktivitäten
  • sie nutzen die Zeit für andere Freizeitbeschäftigungen

Das sind gute Ansatzpunkte, um mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und ist durchaus ein Auftrag an uns Pädagog*innen. Andererseits sollten wir als Vorbilder ebenfalls über unseren eigenen Gebrauch von Smartphones nachdenken.

Zumindest ist bei uns geregelt, dass die Diensttelefone um 18 Uhr abgeschaltet und erst am nächsten morgen um 10 Uhr wieder angestellt werden.

Teamtage 2018
Digitalisierung in der Jugendhilfe – Teil 2 von 3 ...