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Fachtag Hilfeplanung junge Menschen

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Am 29.05.2018 fand im Sozialpädagogischen Fortbildungszentrum Hamburg der Fachtag „Hilfeplanung mit Jugendlichen und jungen Volljährigen zur Verselbstständigung" statt.

Bei hochsommerlichen Temperaturen fanden sich über 100 Fachleute zusammen, um sich zu dieser komplexen Thematik auszutauschen und vor allem auch Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.

Zu Beginn erzählten drei junge Menschen von ihren Erfahrungen auf der Suche nach Unterstützung beim Jugendamt und während einer Betreuung. Deutlich wurde, dass wie die ersten Begegnungen z. B. beim Jugendamt ablaufen bereits entscheidend sind, ob und wie ein junger Mensch sich auf das System einlassen kann. Die Bedeutung von Begegnungen und Beziehungen während einer Betreuung – d . h. wie Fachkräfte mit der Jugendlichen in Kontakt sind – wurden von den jungen Leuten als sehr wichtig für den Erfolg der Hilfe beschrieben. „Mein Betreuer glaubte an mich und blieb immer an mir dran", sagte ein junger Mann.

Eine Jugendamtsleitung erläuterte aus Sicht des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD), was für die Hilfeplanung bedeutsam sei. Dabei stellte sie allerdings auch in Frage, ob die bisherige Beschränkung auf das Ende einer Betreuung und Vermittlung in eigenen Wohnraum ausreichend für die Verselbstständigung seien. Eine gute Mitarbeit der Jugendlichen, die gemeinsame Planung von Zielen und die Einbeziehung von Kooperationspartner*innen wie z. B. auch die Jugendberufsagentur wurden als wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Hilfeplanung benannt.

Ein Professor der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg beschrieb in seinem Referat diverse Aspekte, die aus der Betrachtung der Forschung und Wissenschaft für eine gelingende und erfolgreiche Hilfeplanung bzw. Verlauf einer Hilfe ausschlaggebend seien. Es ginge um Bindung (z. B. Entwicklung tragfähiger Beziehungen), Qualifikation (Bildung, Ausbildung etc.), Partizipation (Entwicklung einer eigenen Haltung, Selbstwirksamkeit) und Konsumieren (u. a. Finanzen, Umgang mit Schulden). Hier sei die Jugendhilfe gefordert, entsprechende lernfördernde Settings und entsprechende Formen der Beratung und Unterstützung weiter zu entwickeln.

Am frühen Nachmittag wurden auf Bezugnahme dieser Erkenntnisse in vier Workshops zu den Themen „Wohnen", „berufliche Orientierung", „Existenzsicherung" und „geflohene junge Menschen" zu drei Leitfragen weiter gearbeitet. Diese Ergebnisse werden in den nächsten Wochen in der Fachbehörde mit den an dieser Veranstaltung involvierten Referent*innen und Moderator*innen zur weiteren Bearbeitung ausgewertet.

Als persönliches (Zwischen-)Fazit möchte ich drei Dinge benennen:

  • dass die Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Volljährigen auf einem Fachtag in den Mittelpunkt rückten ist ein positives Signal an a) die Jugendlichen selbst und b) die Fachkräfte, die sich intensiv mit dieser Zielgruppe auseinandersetzen, um die Jugendlichen bei einem gelingenden Leben in die Verselbstständigung zu unterstützen.
  • die Fragestellung was das Jugendamt und was die jungen Menschen als wesentlich für die Verselbstständigung sehen, gehen teilweise auseinander. Als Träger haben wir daran gemeinsam zu arbeiten und für gegenseitiges Verständnis zu sorgen. Hier können Konzepte wie unsere „Workshops zur Verselbstständigung und Nachhaltig in Betreuungen" ein sehr guter Ansatz sein.
  • die Zusammenarbeit zwischen Jugendberufsagentur, Jugendhilfeträger und ASD sind ausbaufähig. Hier sollten alle Beteiligten im Sinne der jungen Menschen an einer besseren Kooperation arbeiten.
Mitarbeitendenbefragung
Freie Kapazitäten für zwei ambulante Hilfen