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Jugendhilfe für geflüchtete junge Menschen - Fachtagung

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Die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege in Hamburg und die HAW haben im November diesen Jahres erneut eine Fachtagung zu obigem Thema veranstaltet. Etwa 200 Personen haben sich angemeldet. Zu Beginn legte Sandra Berkling, Stellvertretende Geschäftsführerin des AGFW, dar, wie sich die Rahmenbedingungen für Geflüchtete, insbesondere in Hamburg, entwickelt haben. Eine große Zahl an Projekten wurde entwickelt, die sich mit dem Ankommen der Geflüchteten beschäftigten, um Hilfestellung in der ersten Zeit zu geben. Als einen Kernwert des AGFW erläuterte Frau Berkling die Integration, die sie im Sinne der Inklusion versteht: Jeder Mensch soll die gleichen Teilhabemöglichkeiten haben, unabhängig von den persönlichen Voraussetzungen. So ist es im Sinne einer inklusiven Gesellschaft notwendig, weniger auf einzelne Gruppierungen spezialisierte Angebote zu entwickeln und vorzuhalten, sondern Regelangebote zu schaffen.

Vor diese Herausforderung sieht sich die Kinder- und Jugendhilfe gestellt. Die jungen, geflüchteten Menschen, die in großer Zahl vor etwa 2-3 Jahren nach Hamburg gekommen sind, müssen weiter begleitet werden, um eine Teilhabe, auch über die ersten Jahre hinaus, möglich werden zu lassen.

Nach dem Vortrag folgte eine Zeit, in der die Teilnehmenden sich zu unterschiedlichen Themen austauschen konnten. Themen waren beispielsweise: Frühe Hilfen in der Erstaufnahme, Religions-und Kultursensibilität, Kinderschutz bei Migrantenfamilien, Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Interkulturelle Elternarbeitin der Kita, Schutzeinrichtungfür geflüchtete Mädchen, Traumapädagogik.

In dem Workshop, den Sven und ich auf der Tagung angeboten haben, ging es um die Verselbstständigung von jungen geflüchteten Volljährigen. Im ersten Teil stellten wir unsere ambulante Betreuung in den Betreuungsstandorten vor. Anhand von realen, anonymisierten Fallbeispielen konnten sich die Teilnehmenden einen Eindruck über die Komplexität der Betreuungssettings machen und welche ungeahnten Hindernisse manchmal sehr viel Energie in Anspruch nehmen können. Die wahrscheinlich komplexeste Angelegenheit, die Begleitung eines traumatisierten jungen Mannes, fand hier das größte Interesse. Es wurde deutlich, dass es keine allgemeingültigen Lösungen geben kann.

Im zweiten Teil des Workshops setzten wir uns mit Fragen nach Rahmenbedingungen und Erfahrungen für eine gelungene, also nachhaltige, Verselbstständigung auseinander. Dabei erläuterten wir auch unsere Konzeption für die "Workshops zur Verselbstständigung", unsere Erfahrungen, Rückschläge und vor allem auch unsere neuen Ideen und neue Konzeption für das nächste Jahr. Dies traf auf reges Interesse bei den Teilnehmenden, die z. T. mit eigenen Erfahrungen zu Gruppenangeboten aufwarten konnten und hier durch uns neue Impulse für ihre Arbeit mitnehmen konnten.

Die Zeit war schnell verflogen, so dass wir die abschließenden Fragen nach notwendigen Änderungen, die im Großen wie auch im Kleinen geschehen sollten, nur kurz andiskutieren konnten.

Nach der Workshopphase wurden im großen Plenum die Ergebnisse kurz vorgestellt und weiter diskutiert.

Alles in allem ein gelungener Fachtag mit viel Expertise und interessanten Einblicken in die Hilfelandschaft für geflüchtete junge Menschen und deren Familien.

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