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Hilfeplanung - oder: Wie formulieren wir Ziele konkret?

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Vor einigen Wochen haben wir im Team begonnen, uns diesem Thema gemeinsam zu nähern. Ich habe hier davon berichtet. Wir arbeiteten erneut dazu und befassten uns mit der Fragestellung: 

Wie können wir Hilfeplanziele so konkret formulieren, damit unsere Betreuten diese erreichen können?

Die großen Globalziele Verselbstständigung, Konfliktfähigkeit oder auch Beziehungsfähigkeit müssen definiert werden. Was muss erreicht sein, damit diese Ziele als abgehakt betrachtet werden können? Wie kann es gelingen, dass die Adressat*innen der Hilfeplanung sich mit den Zielen identifizieren und motiviert an deren Erreichung arbeiten?

Darauf gibt es mehrere Antworten. Wir arbeiten in einem komplexen Umfeld. Das bedeutet, dass viele Dinge nicht planbar sind, sondern immer wieder auf Veränderungen reagiert werden muss. Um so wichtiger ist es für den einzelnen, Strategien zu entwickeln, um sich immer wieder anpassen und adäquat reagieren zu können. Erfolgserlebnisse sind dabei von Bedeutung. Daneben gibt es zu den meisten Globalzielen eine ungefähre Vorstellung davon, welche Themen bearbeitet oder erledigt werden müssen. Diese dann so kleinschrittig wie möglich zu benennen. Dies hilft den Betroffenen einerseits viele kleine Schritte zu tun, andererseits auch zu verstehen, dass sie aktiv handeln können, um ihre Situation zu verbessern.

So haben wir uns einzelne Themenkomplexe vorgenommen. Wir arbeiteten zu großgefassten Globalzielen, immer noch großgefasste Richtungsziele heraus. Unter ein Richtungsziel formulierten wir beispielhaft Handlungsziele und die Handlungsziele wurden in Handlungsschritte konkretisiert. Wir hielten uns dabei an die Vorgabe, die Ziele aus der Perspektive der Betroffenen zu beschreiben. In der Auseinandersetzung mit dieser Systematik erlebten wir, dass es immer leichter wurde, Ziele konkreter auszuführen. Am Ende hatten wir eine Vorlage, die uns zukünftig dazu dienen kann, in Trägervorlagen genauer zu beschreiben, was die Ziele unserer Betreuten ist und auch um genauer mit der Betreuten ins Gespräch zu kommen.

Ein Ergebnis sei hier dargelegt:

Richtungsziel zum Thema Bildung:

Ich erreiche meinen ESA bis ....

Handlungsziele:

  1. Ich gehe Montag bis Freitag zur Schule.
  2. Ich bin pünktlich im Unterricht.
  3. Ich erreiche Note ... in den Hauptfächern.

Handlungsschritte:

zu 2: Ich gehe rechtzeitig bis um ... Uhr ins Bett. Ich stelle meinen Wecker und plane eine Reservezeit ein.

zu 3: Ich notiere mir die Hausaufgaben und arbeite täglich ... Stunden daran. Ich beteilige mich aktiv am Unterricht. Wenn ich merke, dass ich nicht mitkomme, hole ich mir bei der Lehrer*in Hilfe.  

Wir wollen diese Systematik testen und uns im Herbst darüber austauschen, welche Erfahrungen wir gemacht haben, getreu nach dem Motto: planen - umsetzen - überprüfen - handeln #plandocheckact


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