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Qualitätsmanagement in der Jugendhilfe

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Als wir uns als Träger im Jahr 2011 für den Aufbau eines Qualitätsmanagementsystem nach der DIN 9001 entschieden haben, wurden wir von Fachleuten - vor allem aus dem Bereich der Jugendhilfe - verdutzt angesehen. Mittlerweile wird in der Fachöffentlichkeit genau über diese Norm als Standard eines Qualitätsmanagementsystems gestritten und debattiert. Die Jugendämter in Hamburg und Teile der Landesbehörde sind seit 2017 zertifiziert. Sicherlich ist es nur  noch eine Frage der Zeit bis eine breite Diskussion zumindest in Hamburg darüber entsteht, ob und wann und wie die Träger der freien Jugendhilfe nachziehen sollen.

Zugegeben: das damalige Team von adelante war auch nicht nur begeistert von dem Gedanken, Verfahren in Arbeitsanweisungen oder Prozessbeschreibungen darzustellen. Schließlich bedeutete das mehr Arbeit, die Auseinandersetung mit bisherigen Abläufen, Aushandlung von unklaren bzw. unausgesprochenen Vorgehensweisen etc. Es war ein intensiver, langwieriger und teilweise anstrengender Weg bis wir im August 2012 zertifiziert wurden.

Die eigentliche Arbeit begann ehrlicherweise danach. Nun galt es unseren im Qualitätmanagementhandbuch beschriebenen Ansprüchen gerecht zu werden, dem Ganzen Leben einzuhauchen und dabei immer wieder zu hinterfragen "Wieso machen wir das eigentlich so wie wir es machen?"  Um so erfreuerlicher ist es heute festzustellen, dass zum Einen die Auditoren der Zertifizierungsgesellschaft uns ein gelebtes und sich stetig verbesserndes Qualitätsmanagementsytem bescheinigen und zum Anderen neue in den Jahren hinzugekommenes Mitarbeitende immer wieder bestätigen, dass sie sich gut in unserem QM System zurechtfinden und es ihnen sehr bei der Einarbeitung in ein komplexes Arbeitsfeld hilft.

Immer wieder werden wir gefragt: "Warum habt ihr euch für die DIN 9001 entschieden?" Mit der Frage einher geht die Kritik, dass diese Norm doch für die Industrie entwickelt worden sei und die Jugendhilfe nun schließlich nicht Maschinen arbeite. Das ist nur die halbe Wahrheit. Richtig ist auch, dass genau diese Norm für den Dienstleistungssektor erweitert wurde. Vor allem in der aktuellen Überarbeitung aus dem Jahr 2015 wird das deutlich. 

Gründe zur Einführung eines QMS

Die stetig steigenden Anforderungen seitens der Politik und Verwaltung an die Träger, Anstieg von Fällen mit Kindesvernachlässigung etc. und die hohe Anzahl von freien Trägern waren Gründe zu überlegen, wie wir unsere gute Arbeit verbessern können.

  1. Verminderung des Risikos für den Träger und den einzelnen Mitarbeitenden 
  2. Transparenz in der Struktur des Trägers und der Arbeit
  3. Sicherheit im Ablauf der Arbeit durch standardisierte Verfahren und Abläufe
  4. Stellung des Trägers am Markt sichern
  5. Arbeitsplätze erhalten

Durch die von unabhängigen Dritten bestätigte Qualität des Trägers, wird das uns von Behörden, Jugendämtern und Klient*innen entgegengebrachte Vertrauen bestärkt.

SPFH oder ambulante Hilfe
Brandschutz Schulung für unsere Klient*innen