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Was bedroht Europa mehr? Corona oder Flüchtlingspolitik

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Dieser Tage erleben wir zwei besorgniserregende Ereignisse, die in den Medien täglich präsent sind. So unterschiedlich diese Themen sind, haben sie doch eines gemeinsam: sie offenbaren etwas über unsere Gesellschaft.

Einerseits gibt es nahezu stündlich Nachrichten über Neu-Infizierte mit dem Corona Virus. Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken sind kaum noch zu bekommen, Menschen decken sich mit Lebensmitteln ein und posten Fotos von leeren Nudel-Regalen in den sozialen Medien.

Andererseits wird über die äußerst kritische Lage der Geflüchteten an der türkisch-griechischen Grenze und den griechischen Inseln berichtet. Es ist eine humanitäre Katastrophe, die sich an Europas Außengrenze zuträgt. In Griechenland wendet die Polizei Gewalt an, um den Schutzsuchenden den Zugang zu Europa zu verhindern.

Bei beiden Begebenheiten werden Haltungen unserer Gesellschaft deutlich. So fürchten sich die Einen um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona Virus, auf der anderen Seite bangen die Geflüchteten an den Außengrenzen Europas um ihr Leben. Politiker versuchen die Menschen im eigenen Land zu beruhigen, dass die Staatskassen für mögliche Konjunkturprogramme ausreichend gefüllt sind. Gleichzeitig wird vom Schutz der Außengrenzen Europas geredet.

Ich frage mich: was ist die größere Bedrohung Europas? Ein kleiner fieser Virus, den die aller meisten Infizierten gut überstehen werden oder ist es der Verrat europäischer Grundwerte wie das Recht auf Asyl und Menschlichkeit?

Natürlich fühle ich mit den Menschen, die derzeit erkrankt sind und in Quarantäne 14 Tage ausharren müssen. Aber mal Hand aufs Herz: was ist das im Vergleich mit den 100.000 Menschen, die seit Jahren und Monaten in Angst um ihr Leben auf der Flucht sind und in teilweise menschenunwürdigen Unterkünften wohnen und kaum noch Hoffnung auf ein besseres Leben haben?

Hoffnung hingegen macht mir, dass sich viele Menschen und mehr und mehr Kommunen für die Geflüchteten einsetzen wie z. B. die Aktion „Sicherer Häfen" https://seebruecke.org/ zeigt.

Erreichbarkeit in Corona-Krisen-Zeiten
Mitbewohner*in gesucht in Betreuungsstandorten

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