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Traumapädagogik

TraumapaedagogikSeit einigen Jahren werden bei adelante unbegleitete (z. T. minderjährige) Flüchtlinge betreut. Diese Klient*innen haben alle eine Fluchtgeschichte hinter sich. Sie sind ohne die Begleitung ihrer Eltern nach Deutschland gekommen und waren z. T. mehrere Monate oder Jahre unterwegs. Diese besonderen Umstände machen das Vorhandensein einer Traumatisierung wahrscheinlich. Sie äußert sich in ganz unterschiedlichen Symptomen und mit unterschiedlicher Stärke.

Für uns bedeutet Traumatisierung:
Nachts nicht schlafen können und dann zu spät oder gar nicht zur Schule kommen, fortwährende Kopfschmerzen, im Unterricht zittern, sodass Schreiben schwer bis unmöglich wird, Termine vergessen...

Wir als Träger arbeiten traumapädagogisch, d.h. ein Ziel unserer Arbeit ist die soziale und emotionale Stabilisierung unserer Klient*innen. Besonders wichtig hierfür sind die Schaffung eines sicheren Ortes und vertrauensvolle und verlässliche Beziehungen zwischen der Klient*in und den Betreuer*innen.

Therapie im herkömmlichen Sinne leistet unser Träger nicht, aber wenn es unsere Klient*innen wünschen, unterstützen wir bei der Suche nach einer geeigneten Therapie.

Aufgrund unserer Erfahrungen haben wir uns in den letzten Jahren einen speziellen Umgang in der Arbeit mit minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen erarbeitet. Ganz besonders wichtig ist ein wohlwollender Blick auf unsere Klient*innen. Wir arbeiten nach dem Konzept des Guten Grundes; d. h. wir gehen bei Verhalten, dass nicht den allgemeinen Erwartungen entspricht, wie z. B. Schulabstinenz oder Unpünktlichkeit immer davon aus, dass die Klient*innen einen aus ihrer Lebenswirklichkeit resultierenden guten Grund für ihr Verhalten haben.

Dies fordert von uns Sensibilität, Flexibilität  und Kreativität. Wir brauchen einen geschärften Blick für „verdeckte“ Motive. Außerdem ist diese Arbeit oft besonders schwer und zeitintensiv.

Zwei unserer pädagogischen Mitarbeitenden machen z. Zt. eine Weiterbildung in der Traumapädagogik. Das dort erarbeitete Wissen wird in Form von Inputs, aber auch bei der Kollegialen Beratung und Supervision in das Team getragen.

Zudem sammeln wir alle während unserer Arbeit ständig neue Erfahrungen, auf Grund derer wir unsere Arbeitsweise und Strukturen verändern und anpassen können, um so besser aufgestellt zu sein im Umgang mit traumatisierten Menschen.