Agile Zusammenarbeit - Gründe für kooperatives Arbeiten Teil 3

Als Team und auch als Unternehmen müssen wir uns eine Feedbackkultur erarbeiten und Feedback ritualisieren, wenn wir davon profitieren wollen. Dabei benötigt man keine komplizierten Methoden. Das Führen des jährlichen Personalgesprächs erzeugt dabei noch keine Feedbackkultur in einem Unternehmen. Wir brauchen die Möglichkeit, zeitnah Feedback zu geben. Wir brauchen Räume und Übung, um uns Feedback zu geben, das darüber hinaus geht, uns gegenseitig zu loben.
Hilfreich ist es, sich folgende Feedbackstruktur vor Augen zu führen:
1. Wahrnehmung - beschreiben ohne zu werten. Dies dient dazu, der anderen Person mitzuteilen, auf welche konkrete Situation man sich bezieht.
2. Die eigenen Reaktion auf die Situation oder das Verhalten zu erspüren und mitzuteilen. Das löst bei mir folgendes aus...
3. Einen Impuls setzen. Dabei geht es z.B. um eine konkrete Bitte. So konkret wie möglich, hilft am meisten.
Wenn man mit dieser Systematik noch nicht so vertraut ist, hilft es, sich die drei Schritte vor einem Feedbackgespräch auszuschreiben. Außerdem sollten wir die Möglichkeit nutzen, Feedback als Einbahnstraße zu sehen. Das bedeutet, dass der- oder diejenige, die das Feedback annimmt, keine Rückantwort gibt, sondern das Gesagte wirken lassen kann und dann selbst entscheiden, wie die eigene Reaktion darauf ist. Dies hilft, sich nicht zu rechtfertigen und in eine Diskussion einzusteigen.
Kollaborative Gesprächspartner zeichnen sich dadurch aus, dass sie andere aktiv zu deren Meinung und Ideen befragen und gut zuhören. Besonders unter Stress hilft es, sich die Rückmeldungen der Kolleg*innen einzuholen, da die kollaborative Zusammenarbeit von den Sichtweisen der anderen lebt.
Unsere Unternehmenskultur sollte sich durch psychologische Sicherheit auszeichnen. So lautet der Schlüsselfaktor für erfolgreiche Zusammenarbeit in Teams. Das ist das Ergebnis einer zweijährigen Studie namens Aristoteles, die Google mit über 180 ihrer eigenen Teams durchgeführt hat. Es geht um den Glauben, dass man nicht bestraft oder bloßgestellt wird, wenn man Ideen, Fragen, Bedenken oder Fehler anspricht. Sobald wir ein sicheres Umfeld schaffen, in dem andere sich sicher fühlen, ihre Meinung zu teilen, steigern wir automatisch die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschen um uns herum kooperativer denken und handeln. Wir müssen weg kommen von einer Fehlerkultur, in der Fehler sanktioniert werden. Dies führt erfahrungsgemäß dazu, dass Fehler vertuscht werden und das Team nicht daraus lernen kann. Wir müssen hinkommen zu einer Lernkultur, in der Fehler als Chance und Herausforderung, sich gemeinsam zu verbessern, gesehen werden.
Wir bei adelante lernen voneinander. Als mulitkompetentes Team nutzen wir Gelegenheiten wie Teamsitzungen, um unser Wissen und unsere Erfahrungen zu teilen und voneinander zu profitieren. Wir arbeiten regelmäßig daran, unsere Haltung zu überprüfen, wie wertschätzend gehen wir miteinander um? Und justieren unser Verständnis vom Empowerment in der Arbeit mit unserern Klient*innen. Gelingt es uns, Unstimmigkeiten zeitnah anzusprechen? Dies ist sicherlich nicht immer ganz einfach, neigen wir als Pädagog*innen doch dazu, Beziehungen möglichst harmonisch zu gestalten und Schwierigkeiten eher zu ertragen, als anzusprechen. Es hilft uns dabei der regelmäßige Austausch im gesamten Team, aber auch in den kleinen Betreuungsteams.
Derzeit erarbeiten wir uns in einem Teamcoaching mehr Verständnis für die Stärken der einzelnen Teammitglieder und wie wir uns noch mehr gegenseitig unterstützen können. Es ist spannend, miteinander auf dem Weg zu sein.